Wertewandel im Office

Im Laufe der Zeit veränderten sich die Werte unserer Gesellschaft, ihre Hierarchie und die Beziehungen zwischen ihnen. Unser Wertesystem ist lebendig und unterliegt einem ständigen Wandel. In der Soziologie wird dieses Phänomen als Wertewandel bezeichnet.

Wertewandel unserer Gesellschaft

Inzwischen haben materielle Werte keineswegs an Bedeutung verloren, sondern sind eng mit dem Streben nach Selbstverwirklichung verknüpft. Ein Beispiel hierfür sind Trends wie die Start-up-Kultur und die New Work-Bewegung in den 2020er-Jahren. Die vorherrschenden Werte entwickeln sich kontinuierlich weiter, und dies wird durch die sich verändernden Lebensbedingungen und sozialen Kontexte im 21. Jahrhundert begünstigt. Globalisierung, Digitalisierung und demografische Entwicklungen spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

Bürotätigkeiten haben in Deutschland einen erheblichen Einfluss auf die Arbeitswelt. Tatsächlich sind mehr als ein Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung in den rund 14,8 Millionen Bürojobs tätig. Doch die Welt der Büros und Arbeit unterliegt derzeit bedeutenden Veränderungen. Viele Arbeitnehmer sehnen sich nach erweiterten Arbeitsmöglichkeiten, die nicht ausschließlich an einen festen Bürostandort gebunden sind. Diese Flexibilität würde es auch den Investoren erleichtern, die Bürolandschaft an die neuen Anforderungen anzupassen.

Zukunft des Office

Die Büroimmobilie sieht sich angesichts der digitalen Transformation und der veränderten Arbeitswelt großen Herausforderungen gegenüber. Corona-bedingt und durch den stattfindenden Strukturwandel haben sich die Wertschöpfungsketten entweder bereits verändert oder lassen umfangreiche Neuerungen erkennen. Diesen Wandel will die Immobilienwirtschaft aktiv gestalten.

Flexibilität, Homeoffice und nachhaltige Lösungen gewinnen an Bedeutung. Die Immobilienbranche arbeitet aktiv daran, innovative Anpassungen vorzunehmen und zeitgemäße Arbeitsumgebungen zu schaffen, die den neuen Anforderungen gerecht werden. Die Zukunft des Büros wird durch hybride Arbeitsmodelle und Smart Building-Technologien geprägt sein, die den Bedürfnissen der modernen Arbeitnehmer entsprechen und gleichzeitig ökologische Nachhaltigkeit fördern.

Eine Studie der Technischen Universität Darmstadt und des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) zur Homeoffice-Nutzung hebt hervor, dass Zufriedenheit und selbst wahrgenommene Produktivität die Wahl des Arbeitsortes maßgeblich beeinflussen.

Die Studie mit dem Titel „Work from Home: Von der Pandemienotlösung zum Konzept multilokaler Arbeit“ bietet neue Erkenntnisse zur Nutzung des Homeoffice nach der Pandemie und bestätigt aufkommende Trends in der Arbeitswelt.

Office bleibt Ort für sozialen Austausch und Kreativität

Die Wahl des Arbeitsortes wird stark von der Zufriedenheit und der selbst empfundenen Produktivität beeinflusst. Die sozialen Verhältnisse, wie die Teamzusammensetzung und das Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten, sind entscheidend für die Zufriedenheit im Büro. Im Homeoffice hingegen sind es die räumlichen Bedingungen, wie die Größe und Qualität des Arbeitsplatzes.

Die Studie zeigt auch, dass die selbst wahrgenommene Produktivität im Homeoffice höher ist als im Büro, wobei etwa drei Viertel der Befragten angaben, im Homeoffice produktiv zu sein. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Büros attraktiver zu gestalten, damit die Beschäftigten gerne dorthin zurückkehren.

Dieses Umdenken in der Immobilienwirtschaft ist eine Reaktion auf langfristige Trends, die sich aus der Zeit der Pandemie ergeben haben.

 

Quelle: ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.

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